100 Jahre Museum für Islamische
Kunst
Auf der Berliner Museumsinsel / Pergamonmuseum
14. bis 17. Oktober 2004
Ein museumspädagogisches Begleitprogramm der Besucher-Dienste
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Zahlen & Fakten
Samstag, 16. Oktober 2004
Sonntag, 17. Oktober 2004
Werbung und Presse
Auswertung & Ausblick
Besucher-Feedback
Das öffentliche Bild der islamischen Welt wird geprägt von den Informationen,
die wir über sie erhalten. Dem durch die täglichen Gewaltmeldungen
vermittelten einseitigen Bild der islamischen Welt sollte eine Veranstaltung
entgegengesetzt werden, die den Reichtum und die Vielfalt islamischer Kunst
und Kultur erfahrbar macht.
Die Feierlichkeiten sollten eine Brücke schlagen zwischen den verschiedenen Kulturen und Religionen und den Menschen die Möglichkeit bieten, orientalische Gastfreundschaft zu erleben. Wir wollten vor allem gegenüber der islamischen Bevölkerung ein Zeichen setzen und tief sitzenden Ängsten entgegenwirken. Denn gerade jetzt, in einer Zeit, in der Unwissenheit gesellschaftliche Spannungen und Intoleranz erzeugt, kommt es mehr denn je darauf an, den Menschen die wahren Inhalte islamischer Kunst und Kultur nahe zu bringen.
Das multikulturelle Fest richtete sich an alle Berliner und dabei insbesondere
an die Bürger aus islamischen Ländern. Es sollte Wegweiser für
ein
friedliches und tolerantes Miteinander der verschiedenen Kulturen sein.
Neben Veranstaltungen in der Ausstellung vor den originalen Meisterwerken
islamischer Kunst verwandelte sich der Ehrenhof des Pergamonmuseums in
einen orientalischen Basar mit beeindruckenden Beduinenzelten,
Kulinarischem und Waren aus dem Orient. Ein vielfältiges Programm stand
unter dem Motto: Kunst als Schlüssel zur Kultur und bot neben traditioneller
Musik, Gesang, Tanz und Theater auch Lesungen, Schauspiel, Puppen- und
Schattenspiele, Führungen, Workshops und vieles mehr.
Das Fest wurde ein großer Erfolg und bereitete allen, die daran beteiligt waren, viel Freude. Davon können Sie sich auf den nächsten Seiten gern selbst überzeugen . .
| Veranstaltungszeitraum: | Do 14. – So 17. Oktober 2004 |
Veranstaltungsort: |
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| Planungsphase: | Mai 2004 – Oktober 2004 |
Mitarbeiter: |
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| Programminhalte: | Schauspieltheater, traditionelle Musik, Gesang, Puppentheater, Workshops,
Führungen in der Ausstellung, Märchen, Basteln & Malen,
Schattenspiel, Lesungen, |
| Anzahl der Veranstaltungen: |
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| Anzahl der Besucher: | 10.109 (Do: 1545, Fr: 1095, Sa: 4116, So: 3354) |
| Gesamtkosten: |
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| Partner: |
German Arts (Bühne, Technik, Händlerpagoden) |
Künstler: |
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| Händler: |
bella Casa, Internationale Gewürze Charaf, |
Caterer: |
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| Reiseveranstalter: |
Nomad Reisen |
| Am Wochenende fanden an drei Orten Veranstaltungen statt: im Museum für Islamische Kunst, im Kinderzelt sowie auf der Bühne im Pergamonhof. | ![]() |
| Blick zum Kinderzelt . . . | |
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Im KINDERZELT fanden von 10:00 bis 18:00 Märchenerzählungen und das Rollenspiel „Handeln wie auf einem Basar“ statt. |
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| In orientalische Kostüme schlüpfen und Märchen selbst nachspielen konnten die Kinder bei „Das Zitronenmädchen“ und „Die Kürbisfrucht“. | ![]() |
Bei dem Märchen von der weißen Karawane wurden anschließend Papierkamele mit Buntstiften prächtig geschmückt und zu einer Karawane im Zelt aufgereiht. |
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| Um 11:00 Uhr führte Sait Hacibeyoglu das Schattenspielstück „Karagöz und Hacivat“ in deutscher und um 13:00 Uhr das Stück „Dümbelek und Beberuhi“ in türkischer Sprache im Kinderzelt vor. | ![]() |
Das Puppentheaterstück „Das fliegende Kamel“ brachte Kinder am Samstag um 14:00 Uhr im Kinderzelt zum Lachen. |
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| Neugierig lugt ein kleines Mädchen ins volle Zelt zu dem kleinen Kamel. | ![]() |
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MUSEUM FÜR ISLAMISCHE KUNST |
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| Die Teilnehmer der Führung „Als Archäologe auf Schatzsuche“ begaben sich um 11:00 Uhr auf die Spuren alter Schätze. | ![]() |
Des Weiteren standen folgende Veranstaltungen in der Ausstellung auf dem Programm:
· „Auf den Spuren türkischer Kunst“,
Führung in türkischer Sprache mit Havva Kökbudak
· „Unterwegs mit Stift & Staffelei“,
Workshop mit Kristin Vartanian
· „100 Jahre Museum für Islamische Kunst“,
Führung mit Jens Kröger
· „Einem Restaurator über die Schulter geschaut“,
Führung mit Jutta Maria Schwed
· „Kalligrafie – Die Kunst des Schreibens“,
Lesung mit Andreas Wald
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BÜHNE IM EHRENHOF
Zu den sanften Klängen, die Hamid Hadinejat seiner Tanbur entlockte, trug
Andreas Wald wundervolle Gedichte aus dem alten Iran vor.
Die Dozenten der Deutsch-Türkischen Musikakademie,
unter der Leitung von Adil Arslan, begeisterten das Publikum
mit traditioneller Musik und Gesang.
Das Türkische Theater Tiyatrom lockte mit seinem neuesten
Schauspielstück „Scheherazade“ . . .
. . . zahlreiche Besucher an und zauberte Frohsinn in die Herzen.
Traditionell arabische, osmanische und anatolische Gesänge mit musikalischer
Begleitung, bot die Gruppe Nasrin dem Publikum dar.
| Auch am Sonntag, bei fabelhaftem Wetter, fanden zahlreiche Veranstaltungen sowohl in den Räumen der Ausstellung, als auch auf dem Ehrenhof des Pergamonmuseums statt. | ![]() |
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. . . und anschließend gab es für die kleinen Besucher leckere Rosinen zum Naschen. |
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Am Nachmittag erklang auf dem Pergamonhof Arabische Lautenmusik, gespielt von Farhan Sabbagh, einem Meister seines Faches, der eigens zu diesem Fest aus Aleppo früher nach Berlin reiste. |
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Die Gruppe Nasrin zog die Besucher mit traditionellen arabischen, osmanischen und anatolischen Gesängen in ihren Bann. |
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Im Kinderzelt wurde den ganzen Tag über wieder fleißig gemalt und gebastelt, wurden Märchen erzählt und nachgespielt. |
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In der Ausstellung fanden von 10:30 Uhr bis 18:00 Uhr Führungen zu verschiedenen Themen statt:
· „100 Jahre Museum für Islamische Kunst“,
Führung mit Jens Kröger
· „Auf den Spuren türkischer Kunst“,
Führung in türkischer Sprache
· „Als Archäologe auf Schatzsuche“,
Führung mit praktischer Arbeit
· „Jamil im Sultanspalast“, Führung
mit Arbeitsblättern (Carola Koch)
· „Arabische Schrift & Islamische Kalligrafie“,
Führung mit praktischer Arbeit mit Mohammed Akoush
Es wurden 3000 Veranstaltungsflyer gedruckt,
die auch ungefalzt als Poster verwendet werden
konnten.

Verteilung:
ca. 2000 Stck. über hausinternen Verteiler
(Mitarbeiter, Botschaften, Institutionen, Senat,
an Islam Interessierte …)
ca. 1000 Stck. an türkische & arabische Vereine,
Medien, Geschäfte, Partner, Auslage am
Informationsstand im Pergamonmuseum etc.
Versand: Ende September
(ca. 3 Wochen vor dem Fest)
Herstellung von ca. 500 Jamil-Buttons zum
Einsatz während der Kinder-Führungen und
als Preise.
„Jamil & das Aleppo-Zimmer“ (rot)
„Jamil im Sultanspalast“ (blau)
„Jamil & das Fest der Tiere“ (orange)

Berichterstattung in den Medien
Rundfunk:
Live-Interview RBB Radio Multikulti „Frühstück“
14.10.2004

Fernsehen:
RBB „Abendschau-Nachrichten“
15.10. und 16.10.2004

Interview TRT – Türkisches Fernsehen 17.10.2004
Presse:
Tagesspiegel „1001 Nacht auf der Insel“
15.10.2004

Tagesspiegel „Armer reicher Orient“
18.10.2004
Morgenpost „Orientalische Geburtstagsfeier“
15.10.2004
und
weitere Artikel und Erwähnung in der Tagespresse
Allgemein
Das Fest war insgesamt sehr erfolgreich. Trotz des kühlen und feuchten
Wetters am Samstag besuchten über 10.000 Menschen den Basar und die Veranstaltungen
im Museum für Islamische Kunst.
Basar
Es ist uns gelungen, orientalisches Flair und Basarfeeling auf den Ehrenhof
vor dem Pergamonmuseum zu bringen. Es war eine sehr entspannte freundliche Atmosphäre.
Viele Besucher verweilten auf dem Basar, kauften Waren aus dem Orient, tranken
Tee, probierten orientalische Speisen und erfreuten sich am Programm.
Händler und Gastronomen
Alle beteiligten Händler, Gastronomen und Reiseveranstalter waren sehr
zufrieden, die angebotenen Waren und Speisen von Qualität.
Programm
Das Programm war ausgewogen und richtete sich an unterschiedliche Zielgruppen
(Kinder, Erwachsene und muslimische, vor allem türkische, Mitbürger).
Es reichte von verschiedenen Musikdarbietungen, Gesang, Tanz, Theater, Puppenspiele
und Schattenspiele über Erzählungen und Rezitationen bis hin zu Führungen
und Workshops.
Publikum
Das Publikum war gemischt, reichte von jung bis alt. Überwiegend kamen
deutsche Besucher. Muslimische Bürger (Türken, Usbeken, Iraner …)
waren nur zu ca. 10 % vertreten.
Türkisches Quiz
Es wurde ein Quiz für türkische Jugendliche angeboten und Preise bereitgestellt.
Dieses Angebot wurde jedoch aufgrund der Teilnahme weniger türkischer Jugendlicher
kaum genutzt.
Malwettbewerb
Der Malwettbewerb kam bei Groß und Klein sehr gut an und wurde sehr aktiv
frequentiert. Die besten Arbeiten wurden prämiert (Sponsorengeschenke).
Sponsoren
Trotz umfangreicher Sponsorenrecherche, vielfacher Anschreiben und Gespräche
ist es uns nicht gelungen, ausreichend Sponsoren zu gewinnen. Mehrfach wurde
jedoch Interesse signalisiert, eine Unterstützung zu diesem Zeitpunkt war
jedoch nicht möglich (arabischen Buchmesse, Kürze der Zeit, wirtschaftliche
Gründe …).
Feedback
Wir erhielten insgesamt ein sehr gutes Feedback. Mehrfach wurde der Wunsch nach
Wiederholung eines solchen Festes geäußert.
Auswertung und Ausblick
Aufgrund des großen Erfolges und der Nachfrage wollen wir dieses Fest
jährlich wiederholen und zu einer festen Marke werden lassen. Dazu müssen
die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen und vor allem die Finanzierung
gesichert werden.
Es bietet sich daher ab 2005 an, eine Orientalische Festwoche in das
MuseumsInselFestivals zu integrieren, sozusagen als kleines
Festival innerhalb des großen. Als zukünftiger Termin für ein
Orientalisches Fest sollte der Monat September gewählt werden.
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BESUCHER-FEEDBACK
„Die Musik hat mich mitten in mein Herz getroffen.“
(Besucher, 38 Jahre, Aserbaidschan)
„Das Fest war von Harmonie und Freundlichkeit
getragen. Der besondere Charme und die Fülle der islamischen Kunst &
Kultur haben sich dem Publikum auf sehr schöne Art, ganz nah und greifbar
dargestellt.“
(Majid Sultani, Kashmirhändler)
„Danke für das schöne Fest!“
(Besucherin, 62 Jahre, Deutschland)
„Es war kalt, es hat geregnet und ich habe gefroren.
Es gab Zelte, heißen Tee und ich habe Rumis Gedichte gehört. Ich
saß im warmen Zelt und ich bin über Stunden geblieben“.
(Lisa Fehrenbach, Hebamme aus Zehlendorf)
„Danke, dass wir dabei sein durften!“
(Händler)
„Es war sehr schön, dabei gewesen zu sein!“
(Deutsch-Türkische Musikakademie)
„Es war perfekt organisiert und ein sehr schönes
Programm.“
(Jens August, Firma Morgenland)
„Wer meine 5-jährige Tochter kennt, der
weiß, dass man bei ihr mit Museen nicht landen kann. Also habe ich ihr
vorgelogen, wir gingen zum Jahrmarkt. Nachdem ich mir selbst den Vortrag über
Kalligrafie angehört hatte, ein Thema, dass mich sehr interessiert, fand
ich Anna farbverschmiert und glücklich in einem Zelt voller Kinder bei
ihrem dritten ausgemalten Kamel. Es war unmöglich, sie da wegzubekommen.
Seitdem nervt sie mich immer wieder damit, „100. Geburtstag“ feiern
zu wollen. Mein Vorschlag: Wie wäre es mit einem 101. Geburtstag? Dann
hätte ich endlich Frieden, denn Anna ist nicht bereit, weitere 100 Jahre
zu warten.“
(Florian Reckert, Grafiker aus Hamburg)
„Ich bin begeistert.“
(Wissenschaftler SMB)
Impressum:
Staatliche Museen zu Berlin
Generaldirektion / Besucher-Dienste
Text und Gestaltung: Karin Schmidl, Kathrin Heinze
© 2004
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